Drei Lawinenabgänge im Skigebiet Kanzelwand

Bild: Frank Simon

Am 04.02.2010 gegen 12.00 Uhr lösten zwei Variantenfahrer im Bereich der Zwerenalpe im freien Schiraum ein etwa 180 m langes Schneebrett aus, dass die Talabfahrt der Kanzelwandbahn auf einer Länge von etwa 80 m verlegte. Dabei dürfte zumindest eine der auslösenden Personen verschüttet worden sein. Laut Zeugenaussagen konnte sich der Skifahrer selbst aus den Schneemassen befreien. Da weitere von der Lawine verschüttete Personen nicht ausgeschlossen werden konnten, wurde ein planmäßiger Einsatz der Bergrettung eingeleitet. Die Suche verlief negativ und konnte eingestellt werden.

Noch während die Suchmannschaften den Lawinenkegel absuchten lösten um 13.00 Uhr zwei Variantenfahrer ebenfalls im freien Schiraum im Bereich der Gehrenspitze ein weiteres Schneebrett aus. Bis zum Eintreffen der ersten Retter konnten sich die Schifahrer selbst befreien. Sie blieben unverletzt. Während der erste Skifahrer per Hubschrauber geborgen wurde, fuhr sein Kollege davon. Er ist laut Bürgermeister Strohmaier nach wie vor flüchtig.

Um 15.34 Uhr lösten nochmal vier Wintersportler wieder im Bereich der Gehrenspitze ein rund 200 m langes Schneebrett aus. Ein 22-jähriger Snowboarder aus Ludwigsburg wurde 600 m mitgerissen und 1,5 m tief verschüttet. Trotz der sofort eingeleiteten Rettungsaktion, konnte der Snowboarder nach 45 min. nur mehr ohne Bewusstsein geborgen werden. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Landeskrankenhaus nach Feldkirch eingeliefert, wo er leider verstarb. Die Bergung des Mannes dauerte auch deshalb 45 Minuten, weil ein Großteil der Rettungskräfte den Hang absichern musste. "Oberhalb des Abrisses war noch sehr viel Schnee. Es war mehr als gefährlich für die Einsatzkräfte", schilderte der Bürgermeister die Situation.

An dem Großeinsatz waren sechs Hubschrauber, 63 Frauen und Männer der Bergrettung Kleinwalsertal, Bergrettung Oberstdorf, der Alpinpolizei Oberstdorf und Kleinwalsertal, die Feuerwehr Riezlern sowie fünf Lawinenhunde der Staffel Vorarlberg und Allgäu beteiligt.

Einsatzdetails